Der Grundsatz: Kabel verlegen ist günstiger als Kabel nachträglich ziehen

Im Rohbau ist das Verlegen zusätzlicher Leitungen eine Frage weniger Euro pro Meter. Nach dem Einzug wird daraus eine Invasive Maßnahme, die Wände aufstemmen, Leitungen verlegen und anschließend neu verputzen und streichen bedeutet. Für Bauherren im Siegerland, die ein Einfamilienhaus oder einen kleinen Gewerbebau planen, ist die Elektroplanung daher der wichtigste Schritt bei der Vorbereitung auf ein Smart Home.

Die gute Nachricht: Für die meisten Smart-Home-Systeme – sowohl Homematic IP als auch KNX – sind die Mehrkosten für eine durchdachte Verkabelung überschaubar. Der Schlüssel liegt in einer frühzeitigen Abstimmung zwischen Architekt, Elektroplaner und dem Smart-Home-Installateur.

Variante 1: Homematic IP –funkbasiert, aber mit verdrahteten Vorteilen

Homematic IP ist in seiner Grundausstattung ein Funksystem. Geräte wie der Access Point oder die Home Control Unit werden per Netzwerkkabel (LAN) angebunden, kommunizieren aber mit Sensoren und Aktoren per Homematic IP Funk. Das macht das System ideal für die Nachrüstung in Bestandsbauten im Kreis Siegen-Wittgenstein, wo Kabelkanäle fehlen.

Trotzdem profitiert ein Homematic-IP-System im Neubau von einer sorgfältigen Verkabelung:

  • Stromversorgung der Zentrale: Der Access Point oder die Home Control Unit sollte an einem zentralen Ort mit unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV) oder zumindest über eine geschaltete Steckdose angeschlossen werden.
  • Netzwerkverkabelung: Auch wenn Homematic IP per Funk arbeitet, profitiert die Netzwerkinfrastruktur von einer sternförmigen LAN-Verkabelung zu Verteilerdosen in jedem Raum. Ein Mesh-WLAN-System ist eine Alternative, aber nicht so zuverlässig wie eine fest installierte Netzwerkverkabelung.
  • 230-V-Vorbereitung für Aktoren: Homematic IP Schaltaktoren für die Hutschiene (DIN-Schiene) werden im Verteiler untergebracht. Hier wird einphasiger Strom benötigt – idealerweise über einen eigenen LS-Schutzkreis pro Etage oder Wohnungseinheit.

Für viele Anwendungen im Homematic IP Sortiment – Fensterkontakte, Heizkörperthermostate, Rauchwarnmelder – ist gar keine Verkabelung nötig. Diese Geräte sind batteriebetrieben und können nach Einzug einfach montiert werden. Der Bauherr profitiert also von der Flexibilität des Funksystems und kann gleichzeitig eine professionelle Verkabelungsinfrastruktur für die zentralen Komponenten nutzen.

Variante 2: KNX – die verkabelte Lösung für anspruchsvolle Projekte

KNX ist der internationale Standard für Gebäudeautomation und unterscheidet sich grundlegend von Homematic IP: Alle Sensoren und Aktoren werden über ein gemeinsames Buskabel (KNX-Bus, typischerweise EIB/KNX-Leitung) verbunden. Dies ermöglicht eine extrem hohe Zuverlässigkeit und profesionelle Steuerungsmöglichkeiten, erfordert aber eine sorgfältige Planung und Installation.

Für Neubauten im Raum Betzdorf und Wissen, die mit einem hohen Anspruch an Gebäudeautomatisierung geplant werden – etwa für Gewerbeobjekte, große Einfamilienhäuser oder Mehrfamilienhäuser mit umfangreicher Automation – ist KNX die bevorzugte Wahl. Die Vorteile:

  • Zentralisierte Steuerung: Alle Aktoren sitzen im Verteiler auf der Hutschiene. Die Verkabelung ist klar strukturiert und bei Bedarf erweiterbar.
  • Hohe Ausfallsicherheit: Der KNX-Bus ist redundanzfähig auslegbar. Bei Ausfall eines Sensors funktionieren alle anderen Sensoren und Aktoren weiterhin.
  • Professionelle Integration: KNX lässt sich mit DALI für Licht, Modbus für Energieerzeugung, BACnet für HLK-Anlagen und vielen weiteren Systemen verbinden. Für ein Smart Office in Wissen mit komplexer Gebäudetechnik ist das ein entscheidender Vorteil.
  • Langfristige Verfügbarkeit: KNX-Produkte sind über Jahrzehnte verfügbar – ein wichtiger Aspekt für Gewerbeimmobilien, die nach dem Eigentümerwechsel weiterbetrieben werden müssen.

Der Nachteil von KNX liegt im höheren Planungsaufwand und den höheren Kosten für die Installation. Ein KNX-fähiger Elektriker oder Smart-Home-Installateur muss die Anlage programmieren (ETS-Software), was zusätzliche Kosten verursacht. Für Bauherren in Freudenberg-Niederfischbach, die ein kleineres Budget haben, kann dies eine Hürde sein.

Variante 3: Hybride Ansätze – Homematic IP und verdrahtete Infrastruktur

Die Praxis zeigt: Die meisten Neubauten im Siegerland setzen auf einen hybriden Ansatz. Eine saubere Netzwerkverkabelung (Cat 7, sternförmig vom Verteiler) bildet das Rückgrat. Darauf aufbauend wird ein FUNK-basiertes System wie Homematic IP für die Endgeräte genutzt. Ergänzt wird dies durch eine strukturierte Elektroverkabelung für stromintensive Verbraucher, die nicht batteriebetrieben arbeiten können – etwa Elektroheizkörper, Wallboxen oder Speichersystemen.

Dieser Ansatz bietet den Vorteil, dass die Verkabelungsinfrastruktur für jedes erdenkliche Smart-Home-System vorbereitet ist. Sollte der Bauherr nach Jahren auf ein anderes System umsteigen wollen – etwa von Homematic IP auf KNX oder einen anderen Standard –, ist dies dank der vorhandenen Kabelinfrastruktur problemlos möglich.

Was in jedem Neubau verkabelt werden sollte

Unabhängig vom gewählten Smart-Home-System empfiehlt ITS-Böhmer für jeden Neubau im Siegerland folgende Mindestverkabelung:

  • Cat 7 LAN-Kabel zu jedem Raum (mindestens 2 pro Raum, besser 4 für größere Räume). sternförmig vom Verteiler verlegt.
  • Koaxialkabel für SAT-Anlagen oder Kabelfernsehen, ebenfalls sternförmig zum Verteiler.
  • Dosen für UP-Deckenleuchten: In jedem Raum sollten Anschlüsse für Deckenleuchten an zentraler Position vorgesehen werden, auch wenn aktuell Pendelleuchten oder Einbauleuchten geplant sind.
  • 备用leitung zu wichtigen Positionen: Eine zusätzliche, nicht angeschlossene Leitung zu zentralen Punkten (z.B. hinter dem Wohnzimmerspiegel, in der Küche neben der Arbeitsplatte) ermöglicht spätere Erweiterungen ohne Stemmarbeiten.
  • Leerrohr-Infrastruktur: Für die Verbindung zwischen den Stockwerken sollten ausreichend dimensionierte Leerrohr-Systeme (z.B. 40 mm Durchmesser) verlegt werden. Darüber lassen sich bei Bedarf Kabel nachziehen.

Der Verteiler: Nervenzentrum des Smart Home

Der zentrale Verteiler – auch als Zählerschrank oder Elektro-Hausanschlussraum bezeichnet – verdient besondere Aufmerksamkeit bei der Planung. Er sollte ausreichend dimensioniert sein, um Platz für zukünftige Erweiterungen zu bieten. ITS-Böhmer empfiehlt eine Verteilergröße, die mindestens 40 Prozent Reserveplatz bietet – gemessen an der ursprünglich geplanten Belegung.

Im Verteiler sollten untergebracht werden:

  • LAN-Switch (mindestens managed, besser mit PoE für WLAN-Access-Points)
  • Homematic IP Access Point oder Home Control Unit (bei Homematic IP)
  • Hutschienen-Aktoren für Licht, Steckdosen, Rollläden
  • Sicherung für KNX-Bus (bei KNX-Systemen)
  • USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) für die zentralen Komponenten

Zeitpunkt der Planung: Vor dem ersten Spatenstich

Die Smart-Home-Planung muss vor der Elektroplanung abgeschlossen sein – idealerweise in der Leistungsphase 2 (Vorplanung) des Architekten. ITS-Böhmer unterstützt Bauherren und Architekten im Siegerland bei der Konzeption: Wir erstellen ein Smart-Home-Konzept, das die gewünschten Funktionen mit der benötigten Verkabelung übersetzt. Dazu gehören:

  • Festlegung der智能楼宇等级 (Komfort, Standard, Premium)
  • Auswahl des geeigneten Systems (Homematic IP, KNX oder hybrid)
  • Erstellung eines Verkabelungsplans als Grundlage für den Elektriker
  • Abstimmung mit dem Architekten zur Integration in die Gebäudegestaltung

Eine frühzeitige Beratung für Smart Home Siegen spart bares Geld: Was im Rohbau wenige hundert Euro kostet, kann nach dem Einzug schnell einige tausend Euro kosten, wenn Nachrüstungen notwendig werden.

Fazit: Vorbereitung ist alles

Ein Smart Home im Neubau zu planen, ist kein Hexenwerk – erfordert aber Sorgfalt und Weitblick. Die Entscheidung zwischen Homematic IP (funkbasiert, nachrüstungsfreundlich) und KNX (verkabelt, professionell) hängt von Budget, Gebäudequalität und den geplanten Funktionen ab. In den meisten Fällen empfiehlt ITS-Böhmer einen hybriden Ansatz: eine saubere Netzwerkverkabelung als Rückgrat, ergänzt durch Homematic IP für die meisten Endgeräte.

Sie planen einen Neubau mit Smart Home Siegen, Homematic IP Betzdorf, Smart Office Wissen oder Gebäudeautomatisierung Freudenberg und möchten die Smart-Home-Infrastruktur von Anfang an richtig aufsetzen? Kontaktieren Sie ITS-Böhmer für eine unverbindliche Beratung.

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